Biergarten Zeughausstuben

Es fing alles so gut an: An einem Sonntagnachmittag gegen zwei schlenderten wir durch die Augsburger Altstadt, auf der Suche nach etwas Essbarem. Hinter dem Moritzplatz stößt man auf einen schönen, schattig gelegenen Biergarten, direkt neben dem Römermuseum. Er gehört zu den Zeughausstuben. Der Besitzer dieser Gaststätte betreibt unter anderem die Kälberhalle im Schlachthofviertel.

Die Karte präsentierte sich übersichtlich, die Preise selbstbewusst – Innenstadtlage halt. Wir bestellten ein großes Wasser und ein alkoholfreies Weißbier. Dazu einen Salat mit Pfifferlingen und Brot von der Tageskarte, außerdem eine halbe Schweinshaxe mit Knödeln. Zu der empfiehlt die Speisekarte entweder Sauerkraut oder Krautsalat als Beilage. Ich liebe Krautsalat.

Hört sich für einen Biergarten nach einer lösbaren Aufgabe an, würde ich sagen.

Allerdings beschied mir die Kellnerin freundlich, der Krautsalat sei aus. Schade, Sauerkraut mag ich nämlich nicht so sehr. Wir einigten uns auf Blaukraut, auch gut. Wenige Minuten später brachte ein anderer Kellner die Getränke. Meins konnte er gleich wieder mitnehmen, denn ich hatte ein bleifreies Weißbier bestellt, kein Radler. Dann nahm ich den Steingutkrug unter die Lupe, der auf dem Tisch stand und die Servietten und das Besteck enthielt. Ich wollte – eigentlich völlig unwichtig – wissen, ob der Krug innen ganz glasiert ist oder auch nur am oberen Rand, so wie außen. Dazu zog ich das Besteck aus dem Krug – und fand ein altes Stück Brot, auf das die Gabeln aufgespießt waren.

Das wäre eigentlich der richtige Moment gewesen aufzustehen und zu gehen.

Stattdessen baten wir um einen neuen Krug mit Besteck, der auch gebracht wurde. Dann kam das Essen. Und mit ihm eine Wolke von grünlich schimmernden Fliegen (laut Wikipedia waren das Schmeißfliegen). Dass die Pfifferlinge auf dem Salat eiskalt waren, dass die Bedienung das Brot vergessen hatte, ja das war unschön. Aber alles trat zurück hinter dieser Wolke aus metallisch grün glänzenden, fetten Fliegen, die uns und unser Essen umschwirrten. Meine Frau kam vom Klo zurück und meinte, das habe aber auch schon sauberere Zeiten erlebt.

Also gaben wir auf und fragten die Kellnerin, ob sie sich das erklären könne. Konnte sie natürlich nicht. Der Geschäftsführer auch nicht, denn der war natürlich nicht da. Irgendwann sprang ein junger Kellner seiner Kollegin zur Seite und meinte, es sei der Moment gekommen, wo er die Kundschaft anschnauzen dürfe.

Schade, der Biergarten ist wirklich nett gelegen. Aber eine dermaßen unterirdische Performance habe ich noch nicht erlebt. Wenn ihr mich fragt, haben die ein Hygieneproblem. Und ein Serviceproblem.

Wer’s sich selbst geben mag, hier die Adresse: Zeugplatz 4, 86150 Augsburg

Viel Licht, ein bisschen Schatten

2016 überschritt die Einwohnerzahl Augsburgs die Marke von 290.000. Die 300.000er-Marke, so schätzt die „Augsburger Allgemeine“ wird bis 2019 fallen. Jedes Jahr ziehen Tausende in die drittgrößte Stadt Bayerns. Ich bin einer von ihnen. Seit Ostern 2017 lebe ich in Augsburg-Hochzoll. Zuvor habe ich fast 30 Jahre lang in München gewohnt. Ich arbeite nach wie vor dort, fahre jeden Morgen mit dem Zug von der Hauptstadt Schwabens in die Hauptstadt Oberbayerns.

Nach Berlin und München ist Augsburg die dritte Großstadt, in der ich lebe. Es ist spannend, nach Jahrzehnten mal wieder eine neue Stadt zu entdecken. Ich komme mir immer noch vor wie im Urlaub, wenn ich von meiner Wohnung zu Fuß zum Kuhsee laufe oder die Barockbauten des Elias Holl bewundere.

Jeden Tag lerne ich neue Dinge kennen – Restaurants, Geschäfte, Services, Behörden. Und automatisch vergleiche ich sie mit dem, was ich bereits aus anderen Städten kenne. In diesem Blog will ich meine ganz subjektiven Erfahrungen mit euch teilen.

Wozu?

Nun, für andere Menschen, die ebenfalls nach Augsburg ziehen oder diese Stadt besuchen wollen, könnten meine Tipps vielleicht ganz interessant sein. Alt-Augsburger möchten meine Beiträge vielleicht kommentieren. Und dem Rest wünsche ich einfach viel Spaß beim Lesen.