Sleeping Beauties

Augsburger sind Motorheads. Die Geburtsstunde des Dieselmotors schlug bei MAN, der Flugzeugbauer Messerschmitt beglückte nach dem Krieg von Augsburg aus die Welt nicht nur mit dem Messerschmitt-Kabinenroller, sondern fertigte bis 1965 rund 75.000 Vespa-Roller in Lizenz des italienischen Piaggio-Konzerns. Das Werk, in dem die Schwabenvespas vom Band rollten, stand dort, wo heute die Airbus-Tochter Premium Aerotech um den Fortbestand ihrer Arbeitsplätze bangt. Und 2012 feierte in Augsburg die altehrwürdige Motorradmarke Horex ihre Wiederauferstehung. Der Plan eines exklusiven Motorrad-Roadsters mit VR6-Motor, von Hand gefertigt in der Fuggerstadt, ging nicht ganz auf. Heute residiert die Horex Motorcycle GmbH in Landsberg am Lech, aber das ist ja fast dasselbe.

Viele Augsburger lieben offenbar auch altes Blech. Vieles davon kann man sehen, zum Beispiel die Wankel-Sammlung des Mazda-Händlers Frey in Oberhausen. Auf manches stößt man aber nur zufällig, zum Beispiel auf diesen VW-Porsche auf einem Hinterhof irgendwo zwischen Hochfeld und Göggingen.

Der Wagen bräuchte dringend etwas Liebe, genauso wie der Alfa Spider, den ich heute in Hochzoll-Süd gesehen habe:

Auch von dem Ford Sierra XR3, der links daneben parkt, dürfte es so viele nicht mehr geben. Wenn man mit wachem Auge durch die Stadt streift, sieht man immer wieder altes Blech im Dornröschenschlaf, zum Beispiel diesen Mercedes 608 mit Möbelkoffer:

Ob es dieser Wagen noch mal auf die Straße schafft? Eher unwahrscheinlich. Immerhin ist der alte Benz besser geparkt als diese Schande des Automobilbaus:

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